Wege hinein
Den klassischen Einstieg bilden ein Hochschulabschluss und Praktika, oft auch eine Werkstudententätigkeit in einer Beratung. Daneben stellen Beratungen Berufserfahrene aus Fachabteilungen ein, deren Branchen- oder Prozesswissen Kunden nachfragen, etwa aus Controlling, Einkauf, Personal oder IT. Eine Zertifizierung ist keine Voraussetzung. Für erfahrene Beraterinnen und Berater vergibt das Institut der Unternehmensberater, eine Marke des BDU, den Titel Unternehmensberater CMC.
Unterlagen
Beratungen lesen Lebensläufe nach Ergebnissen. Beschreibe bei Praktika und Stellen jeweils Aufgabe, Vorgehen und ein messbares Ergebnis. Noten, Auslandsaufenthalte und Sprachkenntnisse werden häufig abgefragt. Ein Anschreiben ist nicht überall verlangt, lies die Vorgaben der Bewerbungsseite.
Das Case Interview
Im Case Interview bekommst du eine Geschäftsfrage, etwa warum der Gewinn eines Unternehmens sinkt oder wie groß ein Markt ist. Bewertet wird, wie du die Frage strukturierst, Annahmen triffst, im Kopf rechnest und am Ende eine klare Empfehlung gibst. Üben kannst du mit Beispielfällen, die Beratungen selbst veröffentlichen, und mit Übungspartnern.
Quereinstieg mit Berufserfahrung
Wechselst du aus einer Fachabteilung in die Beratung, zählen deine Projekte und dein Prozesswissen. Beschreibe, welche Einführungen, Umstellungen oder Verbesserungen du begleitet hast und welche Systeme du kennst. Für IT-Beratungen sind Zertifizierungen der Softwarehersteller ein Plus, aber nicht immer Voraussetzung. Rechne damit, dass auch Berufserfahrene eine Fallstudie oder eine fachliche Übung bekommen.
Weitere Gesprächsteile
- Fragen zu deiner Motivation und zu Situationen, in denen du ein Team geführt oder andere überzeugt hast
- Bei IT-Beratungen fachliche Fragen zu Modulen, Prozessen und Projektmethoden
- Fragen zu Reisebereitschaft und Standortwünschen
Nutze das Gespräch auch für eigene Fragen: Wie werden Projekte besetzt, an wie vielen Tagen pro Woche bist du beim Kunden, und wie läuft die Beurteilung für die nächste Stufe.
Praktikum als Einstieg
Ein Praktikum in einer Beratung ist für viele Absolventen der direkte Weg zu einem Angebot. Freiwillige Praktika sind nach dem Mindestlohngesetz zu vergüten. Ausgenommen sind Pflichtpraktika sowie freiwillige Praktika von bis zu drei Monaten zur Orientierung oder begleitend zum Studium. Ein freiwilliges Praktikum nach dem Abschluss wird ab dem ersten Tag mit dem Mindestlohn vergütet. Frag nach, ob nach dem Praktikum ein Einstiegsangebot möglich ist.
Zeitplan des Verfahrens
Rechne mit mehreren Runden: Online-Test oder Telefoninterview, dann zwei oder mehr Gespräche mit Case Interviews. Zwischen den Runden liegen oft nur wenige Tage. Plane deine Vorbereitung so, dass du Fälle bereits vor der ersten Einladung geübt hast.
Nach einer Absage
Eine Absage nach dem Case Interview ist in der Beratung häufig und kein Grund, es nicht erneut zu versuchen. Frag nach Rückmeldung zu deiner Leistung und nach der Frist, nach der du dich wieder bewerben kannst.